Ein viergeschossiger kompakter Solitärbau organisiert die Tagesbetreuung mit vier nahezu identischen, übereinander liegenden Horteinheiten. Die Stärke des Projektes liegt in der klar strukturierten inneren Organisation sowie den hohen Aufenthaltsqualitäten der jeweiligen Hortcluster. Jedes Stockwerk ist um eine gut proportionierte Halle organisiert und bietet helle, grosszügige Räume mit hoher Aufenthaltsqualität für Kinder und Betreuende.
Der Grundriss ist konsequent ohne Korridor von Raum zu Raum organisiert. Innere Verglasungen und bewegliche Faltwände bieten den Nutzern flexible Möglichkeiten den Hortalltag aktiv und transparent zu gestalten. Eine zweite interne Verbindung, die «Finkentreppe» genannt, schafft innerhalb der Horteinheiten eine wertvolle Verknüpfung der einzelen Geschosse. Die Sitzungs- und Büroräumlichkeiten des Betreuungsteams sind zentral dem Treppenhaus angegliedert übereinander angeordnet, was ein hohes Mass an Funktionalität und kurze Wege möglich macht. Die Anlieferung der Produktionsküche erfolgt autonom, direkt von Aussen.
Der architektonische Ausdruck, der Anklänge an die Freiluftschulen der Pionierzeit der Moderne macht, stellt eine angemessene Ergänzung zu den Bestandsbauten dar. Die Fassadengestaltung ist ein Wechselspiel von entmaterialisierend gestrichener vertikaler Bretterschalung und grosszügig vorkragenden, Schatten spendenden Bauteilen an Dach und oberhalb der Fenster. Als konstruktiver Sonnenschutz, Witterungsschutz der Holzhaut und innerer Raumerweiterung zugleich, verleihen diese Kragbauteile dem Projekt Leichtigkeit und Plastizität zugleich.
| Verfahren | Offener Projektwettbewerb, 2.Rang | |
| Jahr | WB 2021/2022 | |
| Bauherrschaft | Hochbauamt Stadt St. Gallen | |
| Baukosten | Vorgabe ca. 10 Mio. | |
| Leistungen | Wettbewerb | |
| Bearbeitung | unter Firmierung STUDIO JES |
Visualisierung und Pläne
Die Erschliessung der Horteinheiten folgt einem differenzierten Zugangskonzept: Während Erd- und Gartengeschoss direkt über eigene Vorplätze betreten werden, erfolgt der Zugang zu den oberen Geschossen über die zentrale Haupttreppe. Das Farb- und Materialkonzept unterstützt die klare Adressbildung und ermöglicht subtil eine gute Orientierung.
Strukturell zitiert der Entwurf die windmühlenartige Innenraumkomposition der 60er Jahre Bauten von Förderer Otto Zwimpfer Architekten und artikuliert sich in einer windmühlenartigen Disposition, die durch grosszügige Verglasungen räumliche Transparenz und eine starke Innen-Aussen-Beziehung herstellt.
Der Neubau ist als reine Holzkonstruktion konzipiert, was eine hohe Vorfabrikation und Ausführungsqualität ermöglicht und gleichzeitig ökologische Vorteile durch den effizienten Materialeinsatz bietet. Die Gebäudehülle kombiniert vorvergrautes Holz, Sichtbeton und feuerverzinkten Stahl zu einem zurückhaltenden Materialkanon. Gezielt gesetzte farbige Akzente schaffen Kontraste und unterstützen die Orientierung im Alltag der Nutzer.