Die Gebäudegruppe der Stiftung befindet sich auf einer topografisch leicht erhöhten Lage westlich von Schwarzenburg. Errichtet zwischen 1975 und 1979 durch das Architektenteam Andry Habermann Remund, ist die Anlage im kantonalen Bauinventar als erhaltenswert eingestuft. Basierend auf fundierten Studien wurde jedoch festgestellt, dass ein vollständiger Erhalt der Gesamtanlage nicht verhältnismässig ist. Auf dieser Grundlage wurde ein Teilrückbau ermöglicht und gezielt umgesetzt.
Von Schwarzenburg herkommend zeigt sich die neue Anlage als differenziert gegliederter, zwei- bis dreigeschossiger Baukörper, der durch eine zurückhaltende Landschaftsgestaltung eingebunden wird. Der Neubau fasst sämtliche Nutzungen der Stiftung an einem zentralen Standort zusammen. Die Fassadengliederung mit gezielten Rücksprüngen schafft Adressbildung und ermöglicht eine klare Orientierung für Bewohnende, Besuchende und Mitarbeitende.
Im Neubau sind fünf altersdurchmischte Wohngruppen sowie zwei Intensivwohngruppen untergebracht. Ergänzend entstehen autonome Wohnungen, die an das Dienstleistungsangebot der Stiftung angeschlossen sind. Das Raumprogramm wird durch eine Gastronomie, eine Arztpraxis sowie Schulungsräume vervollständigt und bildet ein funktional abgestimmtes Gesamtgefüge.
Das bestehende Sockelgeschoss mit Werkstätten und Therapieräumen bleibt erhalten, wird energetisch und funktional saniert sowie in Teilen neu organisiert. Das bisherige Therapiebad und das Lehrschwimmbecken werden zurückgebaut. An deren Stelle entstehen Ateliers und Musikräume. Die bestehende Tragstruktur wird punktuell verstärkt und in statischer Hinsicht auf den Neubau abgestimmt. Die neue Fassadenbekleidung orientiert sich an aktuellen energetischen Anforderungen und fügt sich gestalterisch in das Gesamtkonzept ein.
| Verfahren | Offener Projektwettbewerb 2017, 1.Rang |
| Jahr | WB 2017, Projektierung & Ausführung 2018 - 2024 |
| Bauherrschaft | Stiftung Bernaville, Schwarzenburg |
| Baukosten | 32.5 Mio CHF |
| Leistungen | LP 3-5 |
| Bearbeitung | unter Firmierung STUDIO JES |
Pläne und Fotodokumentation
Die Anlage wird im Sinne des Weiterbauens im Bestand entwickelt. Anstelle eines vollständigen Ersatzneubaus wurde ein kontextbezogener Umgang mit der bestehenden Substanz gewählt. Die tragfähige Struktur des Sockelgeschosses bildet die Basis für den darauf aufgesetzten Neubau. Materialität, Fassadenstruktur und Proportionen sind sorgfältig aufeinander abgestimmt und verbinden Bestand und Neubau zu einer gestalterisch und funktional kohärenten Einheit.